Die verborgene Kraft hinter dem System, das die Überlastkontrolle eines Aufzugs gewährleistet, sind Sensoren, die das Gewicht physisch erfassen. In der Branche werden diese Sensoren als Aufzug-Wägezelle oder mit der verbreiteten englischen Bezeichnung Load Cell bezeichnet. Egal wie fortschrittlich das Überlaststeuergerät ist, es kann nur so präzise messen, wie die von der Wägezelle gelieferten Daten genau sind.
Die verwendeten Wägezellentypen variieren je nach architektonischem Aufbau des Aufzugs, der Aufhängungsart (1:1, 2:1 usw.) sowie davon, ob es sich um eine Modernisierung oder eine Neuinstallation handelt. In diesem Artikel untersuchen wir die grundlegenden Wägezellenarten der Aufzugsbranche, ihre Vorteile und welche Sie für welches Projekt wählen sollten.
1. Unterkabinen-Wägezellen (Boden-Sensoren)
Unterkabinen-Wägezellen werden direkt zwischen dem Bodenblech der Aufzugskabine und dem Tragrahmen (Chassis) platziert. Sie werden in der Regel direkt neben oder anstelle der Gummi-Isolationsblöcke unter der Kabine montiert.
- Wie funktioniert es?: Das Gewicht der in die Kabine einsteigenden Passagiere übt direkt Druck auf den Boden aus. Dieser Druck wird von 2, 4 oder mehr Sensoren unter dem Boden gleichmäßig verteilt und gemessen.
- Vorteile: Dieses System führt die präziseste und klarste Gewichtsmessung durch. Es wird nicht durch Seildehnung oder Reibung beeinflusst. Die Nullstellung (Tara) ist äußerst stabil.
- Nachteile: Das Nachrüsten an einem bestehenden und in Betrieb befindlichen Aufzug ist schwierig, da die Kabine vom Rahmen getrennt oder angehoben werden muss. Ideal für Neuinstallationsprojekte.
2. Seil-Wägezellen (Seilsensoren)
Seil-Wägezellen, die insbesondere bei Modernisierungsprojekten und schnellen Montagearbeiten unverzichtbar sind, werden direkt auf den Tragseilen des Aufzugs festgeklemmt.
- Wie funktioniert es?: Mit zunehmender Belastung der Kabine steigt die Spannung in den Seilen. Der Seilsensor misst diese Spannung und die Abflachung des Seils im Mikrobereich und berechnet so das Gewicht.
- Vorteile: Die Montage ist unglaublich einfach und schnell. Sie kann innerhalb von Minuten installiert werden, indem lediglich einige Schrauben angezogen werden, ohne die Kabine zu bewegen. Es ist die wirtschaftlichste Methode, um ältere Aufzüge mit einem Überlastsystem auszustatten.
- Nachteile: Durch das Dehnen, Ölen oder die Bewegung der Seile auf der Treibscheibe im Laufe der Zeit können millimetergenaue Abweichungen auftreten. Daher ist sie für Hochhausaufzüge mit sehr vielen Etagen und extremer Präzisionsanforderung möglicherweise nicht die erste Wahl.
3. Rahmen- und Maschinenunterbau-Wägezellen
Diese Sensoren werden direkt unter dem Aufzugsmotor oder dem Maschinenrahmen platziert. Sie werden häufig bei Hydraulikaufzügen oder maschinenraumlosen Systemen (MRL) an den festen Rahmenpunkten oben im Schacht eingesetzt.
- Wie funktioniert es?: Sie misst das Gesamtgewicht des gesamten Aufzugssystems (Kabine + Seile + Passagiere) ganzheitlich über den Maschinenrahmen.
- Vorteile: Sie hat keinen physischen Kontakt mit der Kabine oder dem Seilmechanismus. Sie ist mechanisch sehr langlebig und der Wägezellentyp, der am wenigsten von äußeren Einflüssen betroffen ist.
- Nachteile: Da das Eigengewicht des Systems (Totlast) sehr hoch ist, erfordert es den Einsatz hochauflösender und hochwertiger Sensoren, um kleine Gewichtsveränderungen durch Passagiere zu erkennen.
Nahtlose Kompatibilität mit allen Sensortypen: Liftkeys Atlas
Verschiedene Projekte können unterschiedliche Sensortopologien erfordern. Für ein Aufzugsunternehmen ist die Suche nach einem separaten Steuergerät für jedes Projekt sowohl kostspielig als auch operational aufwendig.
Das von uns entwickelte Atlas-Überlastsystem verfügt dank seiner universellen Struktur über eine intelligente Mikroprozessor-Architektur, die zu 100 % kompatibel mit allen Unterkabinen-, Seil- und Rahmen-Modellen von Aufzug-Wägezellen arbeitet. Die fortschrittliche digitale Filter- und intelligente Kalibrierungssoftware von Atlas reduziert alle Messabweichungen und Störungen vor Ort auf Null und übermittelt der Steuerung stets die genauesten Kilogramm-Informationen, unabhängig vom gewählten Wägezellentyp.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- An wie vielen Seilen muss eine Seil-Wägezelle montiert werden?
Dies hängt von der Aufhängungsart und der Lastverteilung des Aufzugs ab. In der Regel kann ein einziger Blocksensor (Seilgruppensensor) verwendet werden, der die gemeinsame Spannung aller Seile misst, oder es stehen Kombisensoren zur Verfügung, die für jedes Seil einzeln montiert werden.
- Wie lange ist die Lebensdauer von Wägezellen (Load Cells)?
Hochwertige Wägezellen können für die gesamte Lebensdauer des Aufzugs (10-15 Jahre) problemlos funktionieren, solange sie keinen extremen Stößen oder Hochspannungsschocks ausgesetzt sind. Es wird jedoch empfohlen, die Kalibrierungseinstellungen einmal im Jahr zu überprüfen.
- Führt eine falsche Wägezellenauswahl bei Inspektionen zu Problemen?
Der Sensortyp selbst ist kein direkter Grund für das Nichtbestehen einer Inspektion. Entscheidend ist, ob der gewählte Sensor die Überlast in der Kabine (Gewicht, das 10 % über der Kapazität liegt) rechtzeitig und fehlerfrei an die Steuerung übermittelt. Jede Wägezelle, die den Test erfolgreich besteht, kann eine grüne Plakette erhalten.